Über 2,1 Millionen Euro Steuern und Sozialabgaben: Eine Auswertung aus der ambulanten Pflege
Die Diskussion über steigende Sozialabgaben wird derzeit intensiv geführt. Doch wie hoch ist die tatsächliche Belastung für kleine und mittelständische Unternehmen?
Wir wollten es genauer wissen und haben die Abgabenbelastung unserer Unternehmen einmal konkret ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen anhand realer Zahlen, welchen Beitrag Unternehmen und Beschäftigte bereits heute zur Finanzierung des Sozialstaats leisten.
Im Jahr 2025 beschäftigten die drei Pflegeunternehmen der Gruppe rund 180 Mitarbeitende – in Vollzeit, Teilzeit und als Minijobber. Insgesamt wurden dabei über 2,1 Millionen Euro an Steuern und Sozialabgaben abgeführt.
Die Grundlage der Analyse bilden die ausgezahlten Bruttolöhne. Im betrachteten Zeitraum erhielten Pflege- und Verwaltungsmitarbeitende zusammen rund 4,03 Millionen Euro Bruttolohn. Davon wurden 409.804 Euro Lohnsteuer sowie 762.621 Euro Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung einbehalten und abgeführt. Den Beschäftigten verblieben damit netto rund 2,86 Millionen Euro.
Neben diesen Arbeitnehmeranteilen leisten auch die Unternehmen selbst erhebliche Beiträge. Für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlten die drei Pflegedienste im Jahr 2025 843.251 Euro Arbeitgeberanteile. Hinzu kamen weitere Umlagen, Beiträge zur Berufsgenossenschaft sowie pauschale Steuern und Abgaben in Höhe von 112.856 Euro.
Insgesamt entstanden so zusätzliche Arbeitgeberabgaben von 956.107 Euro. Zusammen mit den Arbeitnehmeranteilen ergibt sich eine Gesamtbelastung von rund 2,13 Millionen Euro, die an Staat und Sozialversicherung abgeführt wurden.
Damit stiegen die gesamten Personalkosten für die drei Pflegebetriebe auf rund 5 Millionen Euro.

„Mit unserer Analyse wollen wir mehr Transparenz in die aktuelle Diskussion bringen. Diese konkreten Zahlen zeigen, welchen Beitrag drei Pflegeunternehmen und ihre Beschäftigten zur Finanzierung unseres Staats leisten“, erklärt Tonio Riederer von Paar, Geschäftsführer der Lucial Pflegegruppe.
„Ein Sozialstaat in einem gewissen Umfang ist meines Erachtens unverzichtbar. Dennoch ist die aktuelle Belastung sehr hoch. Weniger Abgaben würden für Arbeitnehmer mehr Netto vom Brutto bedeuten und Unternehmen mehr Spielraum für Investitionen geben.“
Die Auswertung macht deutlich: Die hohe Abgabenlast betrifft nicht nur große Konzerne. Gerade kleine und mittelständische Betriebe tragen bereits heute einen erheblichen Anteil zur Finanzierung des Sozialstaats bei – unabhängig davon, ob sie in der Pflege, im Handwerk oder im Dienstleistungssektor tätig sind.
